Blaulicht

Mindestens 250.000 Euro Schaden nach Feuer im Klinikum Wolfsburg

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Beim Feuerwehr-Großeinsatz am Freitag im Wolfsburger Klinikum entstand Sachschaden in Höhe von mindestens einer Viertelmillion Euro. Der mutmaßliche Brandstifter starb am Wochenende.

Beim Feuerwehr-Großeinsatz am Freitag im Wolfsburger Klinikum entstand Sachschaden in Höhe von mindestens einer Viertelmillion Euro. Der mutmaßliche Brandstifter starb am Wochenende.

Foto: Helge Landmann / regios24 (Archiv)

Wolfsburg.  Der Sachschaden nach der Brandstiftung im Wolfsburger Klinikum ist enorm. Ein angezündeter Koffer sorgte für den Feuerwehr-Großeinsatz mit Verletzten.

Nach dem Feuerwehr-Großeinsatz im Klinikum am Freitag haben die Brandermittler der Polizei am Montag das Zimmer untersucht, in dem ein Patient seinen Koffer angezündet hatte. Der mutmaßliche Brandstifter war am Samstag gestorben. Die Brandursache steht für die Experten außer Frage, der Sachschaden ist enorm.

„Der geschätzte Schaden im Klinikum beträgt 250.000 Euro, tendenziell sogar noch mehr“, gab Polizeisprecherin Melanie aus dem Bruch am Montagmittag auf Anfrage bekannt, nachdem die Brandermittler sich am Brandort umgesehen hatten.

An Brandursache besteht für Wolfsburger Polizei kein Zweifel

„Die Station kann aktuell gar nicht belegt werden. Durch Rauch und Ruß ist es zu massiven Schäden und Verunreinigungen gekommen“, berichtete die Polizeisprecherin. Die Brandermittler hätten das seit Freitag beschlagnahmte Patientenzimmer wieder freigegeben.

„An der Brandursache besteht kein Zweifel“, sagte die Sprecherin nach den Untersuchungen durch die Experten weiter. Schon am Freitag war sich die Polizei sicher gewesen, dass ein 82-jähriger Patient den Koffer in seinem Zimmer auf der urologischen Station vorsätzlich in Brand gesteckt hatte.

Die Polizei hatte ein Verfahren eingeleitet. Das wird nun aber nicht weitergeführt, sagte Melanie aus dem Bruch. Denn der Patient, der sich dabei eine schwere Rauchgasvergiftung zugezogen hatte, starb am Samstag in einer Spezialklinik in Königslutter.

Polizeisprecherin sagte nichts zum Motiv der Brandstiftung

Aufgrund der Tatumstände sagte die Sprecherin der Wolfsburger Polizei nichts dazu, wie es zu der vorsätzlichen Brandstiftung kam und wo das Motiv lag. „Wir machen dazu keine weiteren Angaben.“

Nach dem Brand am Freitag war bekanntgegeben worden, dass der 82-Jährige aufgrund eines psychischen Ausnahmezustands in eine Spezialklinik eingewiesen wurde, wo auch seine Verletzungen medizinisch behandelt wurden. In der Klinik in Königslutter starb der Mann nach Angaben der Polizeisprecherin dann in der Nacht auf Samstag.

82-jähriger Wolfsburger zündete laut Polizei seinen Koffer an

Der Rentner hatte nach Ermittlungen der Polizei am Freitagmittag in seinem Zimmer im städtischen Klinikum mit einem Feuerzeug seinen Koffer in Brand gesteckt und so einen Großeinsatz von Polizei, Feuerwehr und weiteren Rettungsdiensten ausgelöst.

Dabei hatte sich der Senior nach Polizeiangaben schwere Verletzungen durch eine Rauchgasvergiftung zugezogen. Auch sechs Bedienstete des Klinikums wurden leicht verletzt; sie konnten nach ambulanter Behandlung aber wieder entlassen werden. Anfangs war von sieben Leichtverletzten die Rede gewesen.

Betrieb des Wolfsburger Klinikums läuft normal weiter

Das Klinikum veröffentlichte am Samstag eine Information auf seiner Homepage: „Wichtiger Hinweis!!! Nach einem Feuerwehreinsatz in unserem Klinikum gestern läuft unser Klinikbetrieb normal weiter. Während der Besuchszeit am Nachmittag können Patient*innen auch wieder besucht werden.“

Am Freitag um 12.18 Uhr war nach Angaben vom Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr Wolfsburg, Daniel Lieske, der Alarm über die Brandmeldezentrale des Klinikums in der Feuerwehr-Leitstelle eingelaufen. Mitarbeiter des Klinikums hatten nach Angaben von Lieske bereits erste Löschversuche unternommen; gegen 13 Uhr meldeten die Feuerwehr-Einsatzkräfte „Feuer aus“.

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120 Menschen mussten aus Klinikum evakuiert werden

Ein Großaufgebot an Einsatzkräften und Fahrzeugen war vor dem Haupteingang des Klinikums bis hin zur Kinderklinik zu sehen. 120 Menschen mussten aufgrund des Brandes am Freitag vorläufig aus dem Krankenhaus evakuiert werden. Es entstand Sachschaden in zunächst unbekannter Höhe.

Insgesamt waren bei dem Großeinsatz am Klinikum neben der Polizei 70­ Feuerwehrkräfte im Einsatz: von der Wolfsburger Berufsfeuerwehr, der Freiwilligen Feuerwehren Stadtmitte, Fallersleben und Vorsfelde sowie weiterer Ortsfeuerwehren. Hinzu kamen 20 Kräfte vom Rettungsdienst, unter anderem der leitende Notarzt, von DRK und Malteser Hilfsdienst sowie Rettungsdienst-Kräfte aus Helmstedt, Gifhorn und Braunschweig.

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