Kriminalität in Wolfsburg

Heimtückischer Mordversuch in Vorsfelde – 18-Jähriger stellt sich

| Lesedauer: 3 Minuten
Ein 18-Jähriger aus Wolfsburg hat sich am Samstag der Polizei gestellt: Er soll eine 13-Jährige und einen anderen 18-Jährigen mit einem Messer schwer verletzt haben. (Symbolbild)

Ein 18-Jähriger aus Wolfsburg hat sich am Samstag der Polizei gestellt: Er soll eine 13-Jährige und einen anderen 18-Jährigen mit einem Messer schwer verletzt haben. (Symbolbild)

Foto: Volker Herold / WAZ Fotopool

Wolfsburg.  Der Tatverdächtige soll eine 13-Jährige und einen 18-Jährigen mit einem Messer schwer verletzt haben. Lesen Sie, was über den Fall bekannt ist.

Eine schwere Gewalttat ereignete sich in der Nacht zu Samstag in einer Wohnung am Mühlenweg in Wolfsburg-Vorsfelde. Im Verdacht steht ein 18-jähriger Wolfsburger. Gegen den jungen Mann wird nun unter anderem wegen versuchten Mordes ermittelt. Er soll ein 13 Jahre altes Mädchen sowie deren 18 Jahre alten Freund mit einem Messer attackiert haben. Dabei waren die Verletzungen des Mädchens laut Polizeiangaben so schwerwiegend, dass Lebensgefahr für das Kind bestand.

Vorwurf: Der 18-Jährige habe das Mädchen heimtückisch ermorden wollen

Der Tatort war eine Wohnung im Mühlenweg, in der der 18 Jahre alte Tatverdächtige selbst lebt. Dort soll in der Nacht von Freitag eine Feier stattgefunden haben, bei der auch die beiden späteren Opfer zu Gast gewesen sein sollen. Als die eigentliche Feier schon beendet war, soll es zur blutigen Eskalation gekommen sein. „Die Hintergründe der Tat sind völlig offen und Gegenstand der laufenden Ermittlungen“, erklärte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Braunschweig, Christian Wolters, gegenüber unserer Redaktion.

Die Vorwürfe gegen den 18-Jährigen, die bislang bekanntgeworden sind, wiegen allerdings schwer. „Wir gehen davon aus, dass der Beschuldigte das Kind heimtückisch töten wollte“, berichtet Wolters. Heimtücke bedeutet, dass die 13-Jährige den Angriff nicht kommen sah, sie möglicherweise dem Angreifer den Rücken zugedreht hatte, und sie auch keinen Grund hatte, um ihr Leben zu fürchten.

Die Staatsanwaltschaft beantragte beim zuständigen Amtsgericht Wolfsburg einen Haftbefehl wegen versuchten Mordes. Auch wenn es sich beim Tatverdächtigen um einen Staatsangehörigen aus einem EU-Nachbarland handelt, spielte für den Erlass des Haftbefehls die Fluchtgefahr keine Rolle. Beantragt und begründet wurde der Haftbefehl mit der besonderen Schwere des versuchten Tötungsdelikts, sagt Wolters.

Dem Tatverdächtigen gelang die Flucht, mittags stellte er sich der Polizei

Die Polizei war in der Tatnacht gegen 2.50 Uhr lediglich wegen einer „Körperverletzung“ mit mehreren Verletzten alarmiert worden. Als die erste Streife vor Ort eintraf, überblickten die Beamten erst das Ausmaß. Zu dem Zeitpunkt wurde das junge Mädchen bereits von Rettungssanitätern versorgt. Zur intensivmedizinischen Behandlung wurde die 13-Jährige ins Klinikum gebracht, der 18-Jährige wurde in eine Klinik nach Braunschweig gefahren.

Der Tatverdächtige war längst geflüchtet. Die Polizei zog in Vorsfelde mehrere Kräfte zusammen, die bis morgens in der Umgebung des Tatorts die Straßen und Hinterhöfe absuchten, allerdings ohne Erfolg. Mittags folgte dann die Überraschung: Der 18-Jährige tauchte in der Polizeiinspektion in Wolfsburg auf, um sich zu stellen.

Er wurde dort vorläufig festgenommen und kam in eine Zelle. Es folgten die ersten Ermittlungsschritte: das Sichern von Spuren am Körper des Verdächtigen, die Entnahme von Blut- und Haarproben zwecks Bestimmung eines möglichen Alkohol- oder Drogenkonsums vor der Tat, eine erste Befragung durch Polizeibeamte. Am Montagmittag wurde der Tatverdächtige dann dem Haftrichter vorgeführt. Er befindet sich nun in Rennelberg, der Abteilung Braunschweig der Justizvollzugsanstalt Wolfenbüttel.

Mehr Nachrichten aus Wolfsburg und Umgebung:

Fragen zum Artikel? Mailen Sie uns: redaktion.online-bzv@funkemedien.de