Per Luftgewehr auf Kater Nüffi geschossen?

Vorsfelde  Die Vorsfelder Familie will Anzeige erstatten. Tierhilfe ist einmal mehr entsetzt.

Lena von Palubicki ist traurig: Bald ein ganzes Katerleben und einen großen Teil von ihrem eigenen haben sie friedlich zusammengelebt. Jetzt wurde der gut 14 Jahre alte Vierbeiner von einem Unbekannten angeschossen. „Die Tierärztin ist sich zu 100 Prozent sicher, dass die Verletzung von einer Waffe stammt“, schildern Lena und Papa Martin. „Wer macht so was? Nüffi tut doch keinem was, geht nur abends mal raus, macht seine Runde um den Block und dann ist er wieder ein Hauskater“, fragen sich Vater und Tochter. Die Familie will jetzt bei der Polizei Anzeige erstatten.

Nüffis Verletzung hatten die Palubickis vergangenen Sonntag entdeckt. „Er blutete am Hals, es war aber nicht genau zu erkennen, warum“, schildert Lena (19). „Am Montag waren wir mit ihm bei der Tierärztin. Sie hat das Fell weggeschnitten, dann war zu sehen, dass die Wunde ein Loch war.“ Die Veterinärin sei sich sicher, dass die Verletzung von einem Projektil stamme. Die Wunde wurde geklammert, Nüffi bleibt derzeit im Haus. „Wir fragen uns, wie es dann weitergeht, ob man ihn überhaupt noch rauslassen kann“, überlegt Martin von Palubicki. „Wer weiß, wer da draußen eine Freude daran hat, Tiere zu quälen.“ Lena hat bereits per sozialem Netzwerk andere Katzenbesitzer im Umkreis gewarnt.

„Wir brauchen die Anzeige der Familie, sonst können wir nicht aktiv werden“, unterstreicht Polizeisprecher Sven-Marco Claus. Dann könne man ermitteln, Zeugenaufrufe starten. Der letzte, aktenkundige Fall liege liege ein paar Jahre zurück, erklärt Wolfsburgs Polizeisprecher.

Es gäbe immer wieder und auch in letzter Zeit derlei Vorfälle, sagt Claudia Gummert von der Tierhilfe. „Aus Sicht der Polizei ist es verständlich, dass sie nur aktiv wird, wenn eine Anzeige vorliegt. Wir appellieren daher an alle, deren Tiere betroffen sind, Anzeige zu erstatten.“

Traurig sei zudem, dass ein Schuss auf eine Katze vor dem Gesetz immer noch nicht mehr als eine Sachbeschädigung darstelle, sagt die Tierschützerin. „Tiere fühlen auch Schmerzen, leiden. Das ist nichts anderes als Tierquälerei. Es kann doch nicht sein, dass ein beschädigtes Auto genauso viel zählt wie ein Tier. Wo ist der Respekt vor Lebewesen?“

Ein Kater, der in den zurückliegenden Jahren im Stadtteil Hellwinkel angeschossen worden sei, sei gestorben, erinnert Claudia Gummert. „Wenn einem das eigene Tier wichtig ist, dann muss man unbedingt Anzeige erstatten“, so der Appell der Tierschützerin. „Das ist man ihm doch schuldig. Und so gibt es vielleicht eine Chance, Täter zu finden.“

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