Schülerin aus Vorsfelde muss Busfahrkarte selbst zahlen

Vorsfelde.  Stadtverwaltung: Schüler der Klasse eins bis sechs erhalten einen Busschein, wenn sie mehr als 2000 Meter entfernt wohnen.

Vater Daniel Url und Tochter Jenny (10) an der Bushaltestelle.

Vater Daniel Url und Tochter Jenny (10) an der Bushaltestelle.

Foto: Sebastian Priebe / regios24

Der Ärger im Hause Url ist groß. Die Familie muss die Busfahrkarte der Tochter selbst bezahlen – nur wenige Meter fehlen, um auf die Mindestentfernung von zwei Kilometern zu kommen. „Unsere Tochter kommt in die fünfte Klasse der Gesamtschule Vorsfelde. Wenige Meter fehlen, um die Busfahrkarte zu erhalten.

Zwei ehemalige Klassenkameradinnen, die dieselbe Schule besuchen werden und wenige Meter von uns entfernt wohnen, haben diese erhalten“, zeigt sich der Familienvater verwundert. Diese wohnen laut Url in 100 bis 150 Metern Entfernung. Die Bushaltestelle, an der die Schülerinnen einsteigen müssen, sei die gleiche.

Nun müssen die Urls die Karte aus eigener Tasche zahlen. Kosten rund 50 Euro. Eine Menge Geld, findet der Vorsfelder. Zumindest die Karte für Schüler könnte preiswerter sein, so Url. Elterntaxi möchte der Familienvater eigentlich ungern spielen, schließlich seien die Straßen schon verstopft genug. Die Stadt Wolfsburg sollte familienorientierter agieren. Für den Vorsfelder sei es zudem
bürokratische Erbsenzählerei. Die Stadtverwaltung beruft sich auf die Satzung: So erhalten Schüler der Klasse eins bis sechs einen Busschein, wenn sie mehr als 2000 Meter entfernt wohnen. Im Sekundarbereich I – also Klassen sieben bis zehn – bei mehr als drei Kilometer, teilt die Verwaltung auf WN-Anfrage mit.

„Bei der Ermittlung der Mindestentfernung ist der kürzeste, schulsichere Weg zwischen der Haustür des Wohngebäudes und dem nächstgelegenen Eingang zugrunde zu legen. Für die Erteilung der Buskarte durch die Stadt Wolfsburg können schon wenige Meter entscheidend sein, hierbei besteht kein Ermessensspielraum“, erklärt Jan-Niklas Schildwächter aus der Pressestelle. Allerdings: „Derzeit wird in der Politik sowohl auf kommunaler als auch Landesebene eine Ausweitung des Angebotes für Schülerinnen und Schüler diskutiert. Regional wird gegenwärtig geprüft, wie eine Ausweitung der Leistungen der Schülerbeförderung im ÖPNV möglich ist, berichtet der Pressevertreter der Stadt.

Die Stadt hat für das morgen beginnende Schuljahr bislang rund 5900 sogenannte Sammel-Schülerzeitkarten erteilt. Die Zustellung für das Schuljahr 2019/20 sei aber noch nicht abgeschlossen, teilt Schildwächter weiter mit.

Bei ähnlichen Fragen können sich Eltern bei der Stadt erkundigen: Der Geschäftsbereich Schule ist unter (05361) 282317 zu erreichen. Per E-Mail ist die Stadt unter schulbefoerderung@stadt.wolfsburg.de zu erreichen.

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