MGV Hehlingen sucht Männer für zweiten Tenor

Hehlingen.  Der Männergesangverein Hehlingen ist gegen den Trend stabil, sucht aber Verstärkung.

410 Euro brachte die Sammlung zum Heiligabendsingen 2019 mit dem Männergesangverein Hehlingen. Das Geld geht an den Verein Heidi, hier von Gudrun Albertz (Mitte) vertreten. Sie bekam es von den Gastgebern des Singens zum Feste, Evelin und Horst Luckstein (links) sowie Lutz und Bettina Reichard.

410 Euro brachte die Sammlung zum Heiligabendsingen 2019 mit dem Männergesangverein Hehlingen. Das Geld geht an den Verein Heidi, hier von Gudrun Albertz (Mitte) vertreten. Sie bekam es von den Gastgebern des Singens zum Feste, Evelin und Horst Luckstein (links) sowie Lutz und Bettina Reichard.

Foto: Erik Beyen

Am 24. Dezember standen sie draußen vor dem Haus der Familien Luckstein und Reichardt in Hehlingen, um sich mit gut 200 Menschen an Heiligabend auf das Weihnachtsfest einzustimmen, die Herren des Männergesangvereins (MGV) Hehlingen. Den Vorsitzendes des Chores, Lutz Reichard, trafen wir am Donnerstagabend bei einer Spendenübergabe an den Verein Heidi im Heim der Kyffhäuser Kameradschaft Hehlingen.

Heidi unterstützt die Familien von Kindern, die an Krebs erkrankt sind. Das soll nun auch mit dem Geld passieren, das die Menschen an Heiligabend in die Dose gesteckt hatten. Gudrun Altbertz vom Verein Heidi nahm an diesem Abend 410 Euro in der Dose mit.

Nach der Übergabe erzählte Reichard über Pläne und über die Hoffnung auf neue Mitsänger. 1890 gründete sich der Männergesangverein, und Singen im Chor war zunächst tatsächlich nur Männersache. Frauen, so lernen wir an diesem Abend, durften das allenfalls als Kirchenchor unter strenger Obhut der Männer Gottes. Diese Zeiten sind vorbei, ebenso die Zeiten, in denen Männerchöre sich vor aktiven Sangesfreudigen kaum retten konnten, als es nahezu Pflicht war, sich einem Chor anzuschließen, weil der ein Stück Gesellschaftsleben war, aber: In Hehlingen ist Letzteres wohl nach wie vor gegeben, wenngleich: „Wir zählen 16 Aktive“, berichtet der Vorsitzende Reichard. Immerhin 16, denn der Trend scheint allgemein rückläufig zu sein und: Unter den 16 Sängern befinden sich drei Herren im Alter zwischen 27 und 40 Jahren. Genau das stimmt den Vorsitzenden so zuversichtlich: „Ich würde sagen, wir haben eine festen Stand“, erklärte er.

Im Chor singen, das müsse schon passen, erfahren wir. „Na ja, man muss den richtigen Chor für sich finden“, glaubt Reichard. Bei den Hehlingern ist es die Mischung im Repertoire, die ihn so fasziniert. Das gilt wohl auch für das Küken unter ihnen, den 27 Jahre alten Tim Waßmann. Der war mit 17 Jahren eingetreten, ist aus Hehlingen weggezogen, dem Chor aber treu geblieben. Es sei die Geselligkeit und die Freude am Singen, bekundete er unlängst beim Bürgermeisterstammtisch in Hehlingen. Daran nehmen stets Vertreter aller Vereine teil.

Apropos Liedgut: „Wir pflegen ein etwas moderneres Programm“, erklärte der Vorsitzende, wobei auch Gassenhauer und Lieder dazu gehören, die alle Menschen mitsingen könnten. „Schön war die Zeit“ von Freddy Quinn etwa. „Das singen tatsächlich auch die jungen Leute mit.“ Gerade üben die Herren ein neues Lied. Es heißt „Jerusalem“ und ist eine viktorianische Ballade von 1892. „Das macht Gänsehaut“, verspricht der Vorsitzende. Erstmals zelebrieren werden sie dieses Lied am 19. April. Dann geben die jungen und älteren Männer des MGV ein Konzert in der Hehlinger Kirche. Weltliche Lieder hätten sie auf dem Zettel.

Und wie ist das nun mit Mitgliedern? „Wir brauchen in den mittleren Stimmen Verstärkung, also im zweiten Tenor und ersten Bass“, wirbt Lutz Reichard und denkt dabei an Männer zwischen 40 und 60 Jahren. Die müssen nicht viel mitbringen, lediglich die Freude an der Geselligkeit bei Gesang. Den Rest bringe die Zeit, und aktive Stimmschulung helfe zusätzlich. Geprobt wird freitags von 20 bis 22.30 Uhr im Dorfgemeinschaftsraum.

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