VW-Mitarbeiter wollen konkrete Infos zur Altersteilzeit

Wolfsburg  Die Verhandlungen über den flexiblen Übergang zur Rente beginnen im Januar.

Schichtwechsel bei VW. Das Unternehmen hofft, dass viele Mitarbeiter Angebote für Altersteilzeit annehmen. Archiv-Schichtwechsel bei VW. Das Unternehmen hofft, dass viele Mitarbeiter Angebote für Altersteilzeit annehmen.

Schichtwechsel bei VW. Das Unternehmen hofft, dass viele Mitarbeiter Angebote für Altersteilzeit annehmen. Archiv-Schichtwechsel bei VW. Das Unternehmen hofft, dass viele Mitarbeiter Angebote für Altersteilzeit annehmen.

Foto: regios24/Darius Simkaregios24/Darius Simka

Das arbeitspolitische Instrument der Altersteilzeit ist ein wichtiger Baustein im VW-Zukunftspakt zur mittelfristigen Personalreduzierung. Konzern-Personalvorstand Karlheinz Blessing teilte gestern auf der Betriebsversammlung mit, dass die Verhandlungen darüber im Januar beginnen sollen.

Konzernweit befanden sich im vergangenen Jahr 6183 Mitarbeiter/innen in der passiven Phase der Altersteilzeit. Das heißt: Sie sind bei reduzierten Bezügen zu Hause. Im Vergleich zu 2014 (7129) ist die Zahl gesunken. Um den erwünschten Personalabbau zu realisieren, müsste die Altersteilzeit auf weitere Jahrgänge ausgeweitet werden. Im Gespräch ist jetzt eine Regelung für den Jahrgang 1961, also die 55-Jährigen.

Derzeit gibt es noch viele Fragen in der Belegschaft zu diesem Thema. Das wurde auch auf der Betriebsversammlung deutlich. Betriebsratschef Bernd Osterloh übermittelte einige an das anwesende Management: „Bei mir stapeln sich die Anfragen von Kolleginnen und Kollegen, die endlich wissen wollen, wie es mit der Altersteilzeit weitergeht. Das hier sind die häufigsten Fragen: Wen muss ich ansprechen für die ATZ, bekomme ich ein Angebot, was sind die Auswahlgründe, wann geht es los, wie viele Jahre kann ich nehmen, wer entscheidet über meinen Antrag, warum bekommen einige ATZ und andere nicht, wie hoch wird mein Entgelt in der ATZ aus?“

In der Tat dürfte der Teufel hier im Detail stecken, zumal die Annahme eines Angebotes freiwillig erfolgt. Blessing sagte zu dem Thema: „Wir setzen auf Altersteilzeit vorrangig bei Stellen, die entfallen oder intern nachbesetzt werden können. Im Januar werden wir mit den ersten Mitarbeitergesprächen beginnen.“ Weltweit sollen 30 000 Stellen abgebaut werden, auf Deutschland entfallen davon 23 000 Stellen. Wie aus dem Nachhaltigkeitsbericht des Unternehmens hervorgeht, ist die Gesamtbelegschaft im Vorjahr auf 610 076 Beschäftigte angewachsen. Die meisten VW-Mitarbeiter arbeiten in Europa (451 257), gefolgt von China mit knapp 92 000 Beschäftigten. Personal abgebaut wurde 2015 allein im amerikanischen Verkaufsgebiet (52 329).

Im indirekten Bereich, also in der Verwaltung, der IT, im Finanzbereich sowie der Forschung und Entwicklung arbeiten mehr Menschen ( 311 654 Mitarbeiter) als in der Produktion und den produktionsnahen Bereichen (279 771). Im Schnitt sind die Mitarbeiter 42,9 Jahre alt – das ist in etwa das Niveau der vergangenen Jahre. Die Fluktuationsrate ist mit 0,4 Prozent pro Jahr weiterhin sehr gering. Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit liegt bei 18,3 Jahren. All das legt den Schluss nahe, dass die Beschäftigten den Arbeitgeber VW schätzen. Das dürfte die Realisierung des Personalabbaus nicht unbedingt vereinfachen.

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