Corona in Salzgitter und Umland – Was Sie jetzt wissen müssen

Salzgitter.  Alle Fakten auf einen Blick. Es gibt aktuell 72 bestätigte Coronavirus-Erkrankungen in Salzgitter. Ein Bürgertelefon ist eingerichtet.

Hände­hygiene­maßnahmen gehören zu den wichtigsten Infektions­präventions­maßnahmen. Die eigene Hygiene, vor allem das Händewaschen, ist als Schutz vor dem Coronavirus besonders wichtig.

Hände­hygiene­maßnahmen gehören zu den wichtigsten Infektions­präventions­maßnahmen. Die eigene Hygiene, vor allem das Händewaschen, ist als Schutz vor dem Coronavirus besonders wichtig.

Foto: Patrick Pleul

In Salzgitter gibt es aktuell 72 bestätigte Fälle der Corona-Infektion (Stand: 6.4. 12 Uhr). Acht mehr als am Vortag. 42 Personen sind mittlerweile nicht mehr infektiös und genesen (+6). Es gab einen Todesfall, der auf eine Corona-Erkrankung zurückzuführen ist. 460 Personen (+9) befinden sich aktuell in angeordneter häuslicher Quarantäne. Für 466 Personen (+19) wurde die häusliche Quarantäne mittlerweile wieder aufgehoben.

Stadt stellt Antworten-Katalog auf wichtigste Fragen ins Internet

Seit Dienstag, 17. März, 14 Uhr, sind alle Dienststellen der Stadt Salzgitter für den Publikumsverkehr geschlossen. Die Fachdienste und Organisationseinheiten der Stadtverwaltung sind telefonisch und per E-Mail erreichbar. Notfalltermine werden nur noch in außergewöhnlichen Härtefällen vergeben.

Kurz nach Bekanntwerden des ersten bestätigten Corona-Falles hat die Stadt am 13. März ein Bürgertelefon eingerichtet. Dieses dient als erste Anlaufstelle für die Anliegen der Bürger.

Bis zum 1. April liefen dort rund 4.200 Anrufe auf. Aktuell sind es täglich etwa 230 bis 425 Anruferinnen und Anrufer, die sich mit Fragen zur Erreichbarkeit der Fachdienste, zur Vergabe der Nottermine oder zum Coronavirus dort melden, berichtet Stadtsprecherin Simone Kessner. Auch in den einzelnen Fachbereichen lauen zahlreiche Anfragen per E-Mail und Telefon ein. Wo nötig, werden Nottermine vereinbart.

Zur Arbeitserleichterung wurde ein Antworten-Katalog erstellt. Die häufigsten Fragen und Antworten davon sind auf der der städtischen Internetseite veröffentlicht.

Teilweise könne es bei der Bearbeitung zu Verzögerungen kommen.

Reaktivierung von Altklinikum wird geprüft

Mit Stand Donnerstag befanden sich insgesamt sechs Patienten in stationärer Behandlung. Oberbürgermeister Klingebiel: „Auch wenn diese Zahlen aktuell nicht für eine dramatische Entwicklung in Salzgitter sprechen, treibt die Frage, wie es mit der Patientenversorgung in unserer Stadt bestellt ist, viele um.“ Aus heutiger Sicht könne er feststellen, „dass die stationäre Krankenhausversorgung gut aufgestellt ist“. Das Helios-Klinikum und das St. Elisabeth-Krankenhaus erarbeiten dennoch vorsorglich Notfallpläne, die im Falle einer sich zuspitzende Lage zum Einsatz kämen (wir berichteten).

Bei diesen Überlegungen stelle sich die Frage, ob städtische Gebäude genutzt werden könnten. Infrage kämen die Flüchtlingsunterkunft II. Denkbar sei im Notfall auch eine Reaktivierung des Altklinikums in Salzgitter-Bad. Ob das möglich ist, müsse noch geprüft werden. Auch ob im Falle erheblich steigender Fallzahlen die Konzentration von Corona-Patienten auf ein Klinikum erfolgen sollte, werde immer wieder neu bewertet. Klingebiel: „All diese Überlegungen sollen aber nicht verunsichern, sondern deutlich machen, dass viele Akteure zusammenstehen.“

Bürgermeister mahnt mit Blick aufs Wochenende: Abstand halten!

Das für das Wochenende angesagte Frühlingswetter könnte viele zu einem Ausflug an den Salzgittersee oder die städtischen Parks animieren. Dazu betont Oberbürgermeister Frank Klingebiel: „Bewegung und frische Luft sind wichtig und ein wenig Sonne können wir alle gebrauchen, besonders in Zeiten, die uns so viel abverlangen. Mein Dank gilt denen, die sich an die Regeln halten, allen anderen sei noch einmal deutlich gesagt, dass die Kontaktbeschränkungen auch im Freien gelten.“

Grundsätzlich gilt, dass sich höchstens zwei Personen beziehungsweise Familien, die in einem Haushalt leben, zusammen im Freien bewegen dürfen. Auch die private Grillparty mit Nachbarn im eigenen Garten oder die Geburtstagsparty mit Familien und Freunden sind nicht erlaubt, da es sich um Veranstaltungen im privaten Bereich handelt. Konsequenterweise wird das auch für die traditionellen Osterfeuer gelten, die dieses Jahr entfallen.

Hierzu Klingebiel: „Je strikter wir diese Einschränkungen in den kommenden Tagen und Wochen einhalten, desto eher können wir wieder gemeinsam am Grill stehen oder Geburtstage feiern. Diese Verbote sind alternativlos. Sie retten Menschenleben und unser Gesundheitssystem vor dem Kollaps.“ Verstöße seien kein Kavaliersdelikt, sondern werden von dem Kommunalen Ordnungsdienst und der Polizei strikt geahndet.

Weiteres Beratungsangebot: Telefonische Beratung der Psychologischen Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern

Gerade für Familien mit Kindern stellen die Veränderungen und Einschränkungen der vergangenen Tage und Wochen eine Herausforderung dar. Je nach Familienkonstellation und individueller Belastung, können dadurch vermehrt Fragen, Ängste oder Nöte auftreten. Gerade in einer solchen Situation ist es hilfreich und sinnvoll, das Gespräch und die Beratung einer dafür ausgebildeten Fachkraft zu suchen. Deshalb bietet die Psychologische Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern der Stadt Salzgitter eine telefonische Beratung für alle Fragen rund um das Thema Familie in der Corona-Krise an.

Auch Jugendliche und junge Erwachsene können sich bei Fragen und Sorgen dort telefonisch melden. Die Telefonberatung ist unter der Nummer 05341/839-3491 immer montags bis mittwochs von 09 bis 13 Uhr, donnerstags von 14 bis 18 Uhr und freitags von 09 bis 12 Uhr erreichbar. Auch per E-Mail (erziehungsberatung@stadt.salzgitter.de) werden Anliegen und Fragen gerne beantwortet.

Das Angebot der Psychologischen Beratungsstelle erweitert das Psychosoziale Beratungstelefon des Sozialpsychiatrischen Dienstes (Tel.: 05341/839-2482), das Betroffene aller Altersgruppen für telefonische psychosoziale Beratungs- und Entlastungsgespräche in Anspruch nehmen können.

Aufnahmestopp in Altenheimen

Die Alten- und Pflegeheime in der Stadt dürfen keine neuen Bewohner mehr aufnehmen. Die Stadt reagiert damit auf eine entsprechende Weisung des Landes. Ausgenommen sind Einrichtungen, die gewährleisten können, dass neue Bewohner in den ersten zwei Wochen separat im Heim untergebracht werden können.

Bereits seit Freitag haben Besucher nur in Ausnahmefällen Zugang zu den Einrichtungen: Eingelassen wird nur ein sehr beschränkter Personenkreis, geltende Hygieneregeln sind strengstens einzuhalten, der Aufenthalt beschränkt sich auf längstens eine Viertelstunde. Die Stadt kündigte Kontrollen an. Betreiber von Alten- und Pflegeheimen berät das Gesundheitsamt (05341/839-2062; E-Mail: gesundheit@stadt.salzgitter.de).

Der städtische Krisenstab bereitet derzeit übergangsweise Pflegeeinrichtungen vor. In Kooperation mit dem Helios-Klinikum sollen sie in der Bereitschaftsdienstpraxis der Kassenärztlichen Vereinigung (KVN), im Facharztzentrum und in den Räumen des Gesundheitsamtes in Lebenstedt entstehen.

Sie seien nötig, so die Stadt, wenn leichter erkrankte Heimbewohner mit Corona-Infektion wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden, weil dort weitere Behandlungskapazitäten benötigt werden. Zum Schutz anderer Bewohner dürfen sie aber nicht sofort in die Einrichtung zurück. Für die pflegerische Versorgung steht die Stadt mit einem Pflegedienst in Kontakt.

Gästezimmer für Gewaltopfer

Weil in Zeiten der Kontaktsperre zum Schutz gegen das Corona-Virus die Gefahr von häuslicher Gewalt vor allem gegen Frauen und Kinder wächst, hat die Stadt Notwohnungen bereitgestellt für Opfer, aber auch für Menschen, die unter Quarantäne stehend oder infiziert sind. Um weitere Räume zur Verfügung zu haben, hat die Stadt Hotels und Pensionen gebeten, gegen Kostenerstattung Gästezimmer zur Verfügung zu stellen.

Digitale Endgeräte für Schulen

Auf der Basis der Vorgabe des Landes, auch bei länger dauernden Schulschließungen Unterricht zu ermöglichen, hat die Verwaltung die Schulen im Stadtgebiet angeschrieben. Sie sollen mitteilen, ob Computer benötigt werden, wie sie genutzt werden sollen und ob digitaler Unterricht geplant ist. Zudem wird mit der städtischen IT geklärt, welche Geräte anzuschaffen sind und wie die Unterstützung der Schulen aussehen kann.

Kurzarbeit bei den Eigenbetrieben

Auch die Gesellschaften und Töchter der Stadt sind durch die Corona-Krise in ihrer Arbeit deutlich eingeschränkt. Die Bäder-, Sport- und Freizeit (BSF) und die Kraftverkehrsgesellschaft (KVG) haben sich daher auf Kurzarbeit geeinigt.

Bei der KVG wurde durch ein eingeschränktes Fahrplanangebot die Zahl der täglichen Dienste seit Ende März nahezu halbiert, so die Stadt. Zugleich verzeichne das Unternehmen einen deutlichen Einbruch der Umsätze. Die Kurzarbeit wird andauern, bis die Pandemie unter Kontrolle ist.

Bei der BSF wurde laut Stadt eine Kurzarbeits-Regelung gefunden, um den Mitarbeitern sozialverträgliche Lösungen für ein weiterhin gesichertes Einkommen und eine Arbeitsplatzgarantie anzubieten. Die erforderliche Betriebsvereinbarung wurde zunächst nur für den März abgeschlossen. Über die Zeit danach fänden derzeit noch Gespräche statt, hieß es gestern

Digitale Angebote

Die Stadtbibliothek bietet mit den Datenbanken Munzinger und Genios Zugriff auf gesicherte Informationen im Internet. Für die Nutzung ist ein gültiger Bibliotheksausweis notwendig. Wer bisher über keinen Ausweis verfügte, kann sich jetzt für drei Monate unentgeltlich anmelden. Hierfür muss eine Mail mit dem Vor- und Zunamen, der Anschrift sowie dem Geburtsdatum an stabi@stadt.salzgitter.de gesendet werden. Die Datenbank Genios ermöglicht Zugriff auf Zeitschriften und Zeitungen im Volltext. Sie beinhaltet 300 Tages- und Wochenpressequellen sowie 450 Fachpressequellen aus dem deutsch- und englischsprachigen Raum. Munzinger ist ein umfangreiches Online-Lexikon. Infos im Netz unter stabi@stadt.salzgitter.de.

VHS-Angebote für Zuhause

Auch von zu Hause aus können Interessierte zahlreiche Angebote der Volkshochschule nutzen. Dafür sind nur ein Computer und einige Grundkenntnisse in der Bedienung notwendig. Alle Online-Seminare sind zu finden auf der Internetseite der Volkshochschule www.vhs-salzgitter.de und weitere Informationen über vhs@stadt.salzgitter.de.

Stadtbibliothek versendet Medien

Aufgrund ständig wachsender Nachfrage hat sich die Stadtbibliothek entschlossen, ab sofort Medien an ihre Kunden mit gültigem Bibliotheksausweis zu versenden. Sie können nun maximal zwei verfügbare Medien unter Angabe ihrer Benutzernummer per E-Mail an stabi@stadt.salzgitter.de bestellen. Auf der Seite https://www.salzgitter.de/bildung/stabi/webkatalog.php kann nach verfügbaren Medien recherchiert werden. Es werden Versandkosten in Höhe von drei Euro auf dem Benutzerkonto in Rechnung gestellt, die bei Rückgabe der Medien zu zahlen sind. Von einer Rückgabe von Medien über den Versandweg bittet die Bibliothek dringend abzusehen.

Psychosoziales Beratungstelefon

Die mit dem Corona-Virus verbundenen Ängste und Einschränkungen stellen für viele Menschen eine Herausforderung dar. Es entstehen zum Beispiel Sorgen um die eigene Gesundheit, den eigenen Arbeitsplatz oder Ängste, wie man selbst mit der sozialen Isolation umgehen kann. Besonders sind Menschen betroffen, die vorher schon an psychischen Erkrankungen gelitten haben. Der Sozialpsychiatrische Dienst bietet für alle Bürger telefonische psychosoziale Beratungs- und Entlastungsgespräche an. Das Beratungstelefon ist Montag bis Donnerstag von 9 bis 15 Uhr und Freitag von 9 bis 12.30 Uhr unter der Telefonnummer (05341) 839-2482 erreichbar.

Erste Hilfe bei der Stadt

Seitens der Stadtverwaltung wurden wegen des Coronavirus folgende Sofortmaßnahmen ergriffen: Für Fragen der Bürgerinnen und Bürger ist ein Bürgertelefon unter der Rufnummer (05341) 839-5000 geschaltet. Dieses ist Montag, Dienstag und Donnerstag von 8 bis 18 Uhr, Mittwoch von 8 bis 16 Uhr und Freitag von 8 bis 13 Uhr erreichbar und steht für Fragen zu Serviceleistungen der Verwaltung zur Verfügung. Für medizinische Fragen wenden sich Bürgerinnen und Bürger bitte an die Corona-Hotline des Landes Niedersachsen (montags bis freitags von 8 bis 22 Uhr) unter Telefon (0511) 4505555. Zudem informiert die Stadtverwaltung kontinuierlich auf der städtischen Homepage.

Das ist zu beachten

Oberbürgermeister Frank Klingebiel erklärte, dass die zwischen Bund und Ländern vereinbarten Kontaktverbote auch in Salzgitter zu weiteren erheblichen Einschnitten führen werden. So seien Zusammenkünfte und Ansammlungen in der Öffentlichkeit auf höchstens zwei Personen beschränkt. Ausgenommen seien Angehörige und Menschen, die in einer gemeinsamen Wohnung oder einem gemeinsamen Haus leben. Alle nicht dringend notwendigen Dienstleistungen, bei denen der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden könne, seien untersagt. Der Besuch eines Physiotherapeuten sei nur in Ausnahmefällen gestattet. Verstöße gegen die Anordnungen seien Ordnungswidrigkeiten und würden mit Bußgeldern bis zu 25.000 Euro geahndet.

Kontaktverbot- Das sind die neuen Regeln – und die Strafen

So reagiert die Polizei

Seit Tagen kontrolliert die Polizei in Salzgitter massiv, ob sich die Bürger der Stadt an die Auflagen aufgrund der Corona-Pandemie halten. Einige Dutzend polizeiliche Ansprachen gab es seitdem im Stadtgebiet, zudem sind die Zahlen rückläufig – und im großen und ganzen zeigten sich die Menschen einsichtig, wenn die Beamten sie auf ihr Verhalten hinweisen, sagt Salzgitters Polizeisprecher Matthias Pintak. Versammlungen meist älterer Männer in einem Vereinsheim mussten aufgelöst werden, ein Strafverfahren wurde eingeleitet. Um den Infektionsschutz sicherzustellen, wird die Polizeistation in Gebhardshagen, die in einem Wohnhaus untergebracht ist, vorübergehend für den Publikumsverkehr geschlossen. Die Einsatzbereitschaft der Beamten sei nicht beeinträchtigt, hieß es dazu.

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Das ändert sich im Busverkehr

Montags bis freitags gilt in der Corona-Krise der Samstagsfahrplan. Die Linien des Berufsverkehrs verkehren. Samstags und sonntags gelten die normalen Fahrpläne. An allen Tagen entfallen die Fahrten, die an den Endhaltestellen nach 22 Uhr beginnen. Die Flächen-AST Verkehre werden an allen Tagen nur bis 22 Uhr durchgeführt.

Was ist mit Restaurants?

Alle Restaurants, Speisegaststätten, Systemgastronomie, Imbisse und Mensen sind wegen der Corona-Krise geschlossen. Ausnahmen: Der Außerhausverkauf von Speisen und Getränken für den täglichen Bedarf ist nach telefonischer oder elektronischer Bestellung erlaubt. Gleiches gilt für gastronomische Lieferdienste. Der Verzehr ist innerhalb eines Umkreises von 50 Metern zu diesen Betrieben unzulässig.

Coronavirus- Niedersachsen macht die Gastronomie dicht

Das ändert sich bei der Müllabfuhr

Die Stadt hat mitgeteilt, dass es aufgrund der aktuellen Corona-Krise zu Änderungen bei der Tourenplanung der Müllabfuhr kommen kann. Der Abfuhrtag bleibt zwar zunächst bis auf weiteres bestehen, doch die gewohnte Tageszeit der Leerung der Abfalltonnen und der Abholung der gelben Säcke kann sich ändern. Die Verwaltung bittet daher alle Bürger, die Abfallbehälter und Gelben Säcke möglichst bereits bis 6.30 Uhr am Abfuhrtag bereit zu stellen. Sie sind fest zu verschließen. Weitere Infos unter www.salzgitter.de.

Hilfen von den Nachbarn

Einkaufshilfen, Botengänge: Im Stadtgebiet und dem Umland haben sich im Zuge der Corona-Krise mehrere Initiativen gegründet, um Menschen beizustehen, die Unterstützung brauchen. Sei es, weil sie sich in Quarantäne befinden. Sei es, weil sie zu den Risikogruppen gehören. So entschlossen sich zwei Mitglieder der Jungherrenwache Ringelheim der Schützengilde am Wochenende spontan, ein solches Angebot auf die Beine zu stellen. Dabei ist auch der Verein Su.Per Salzgitter, der Helfer mit Essbarem versorgt, und viele andere kleine und größere Initiativen in den einzelnen Stadtteilen. Im gesamten Stadtgebiet wollen die Freiwilligen von „Salzgitter – Alle für einen“ rund um Stefani Steckhan helfen. Mehr als 300 Interessenten haben sich bereits in der Facebook-Gruppe eingetragen. Auch in den Salzgitteraner Kliniken haben sich Freiwillige gemeldet, um zu helfen.

Ein Kind kommt zur Welt – was nun?

Wegen personellen Engpasses, der vorrangigen Beurkundung von Sterbefällen und bereits vor längerer Zeit gebuchter Trautermine kommt es laut Stadt bei der Beurkundung von Geburtsanzeigen (Geburtsurkunden) zu zeitlichen Verzögerungen. Oberbürgermeister Klingebiel bat um Verständnis. Eltern von neugeborenen Kindern wenden sich telefonisch (05341/839-3274) oder per E-Mail (standesamt@stadt.salzgitter.de) an die Stadt.

Aktion von Ärzten und Medizinpersonal

Viele Berufsgruppen, vornehmlich medizinische, appellieren derzeit dafür, Zuhause zu bleiben. „Du spazierst auf der Straße? In Ordnung – dann gehe ich nach Hause.“ Die Aktion mit den Schildern, erklärt Gabor Schuszter, einer der beiden Ärzte, soll das Bewusstsein für die Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus stärken. Es ist eine von vielen Aktionen, die derzeit besonders auch in den sozialen Medien im Umlauf sind.

Corona – Kliniken in Salzgitter stocken auf

Corona­ – Gefahr für heimische Wirtschaft?

Mit anschaulichen Beispielrechnungen hat Lehrerin Christiane Neumann zunächst im Lehrer-Schüler-Schulelternrat-Kreis die Ansteckungsgefahr des Corona-Virus’ erklärt. „Wichtig ist mir, dass in einer allgemeinverständlichen Sprache komplexe Zusammenhänge erklärt und durch entsprechende Darstellungen sichtbar gemacht werden“, sagt sie. Ihre „Corona-Mathematik – oder warum man besser zu Hause bleibt“ legt auch dar, warum es wichtig war, die Schulen zu schließen. Heinz Strauß, Vorsitzender der Werbegemeinschaft Salzgitter-Bad, sieht mit der Corona-Krise auch eine Gefährdung der heimischen Wirtschaft, die durch die vorübergehende Schließung von Läden bei laufenden Kosten noch mehr leidet. Deshalb möchte er handeln und die Geschäftslandschaft stärken. Strauß ließ Banner anfertigen, die Salzgitteraner dazu auffordern, auch an die Lage der Geschäfte in der unmittelbaren Umgebung zu denken. Und zwar mit Stadtgutscheinen, die in allen Mitgliedsläden der Werbegemeinschaft eingetauscht werden und jetzt schon erworben werden können (erhältlich im Netz unter werbegemeinschaft-salzgitter.bad.de, im Sanitätshaus Christoph – aber auch über Facebook und (05341) 35583).

Appell von Ärzten und Polizei Salzgitter- Zuhausebleiben!

Was ist auf dem Markt los?

Die Geschäfte laufen gut, berichten fast alle Marktbeschicker, die selbst erstaunt schienen, dass ihre Waren wie warme Semmeln weggingen – trotz Corona. Gerade Kartoffeln sind derzeit begehrt, berichten sie, aber auch Eier. Mehrere Marktbeschicker berichten von überraschenden Bekundungen der Wertschätzung. „Die Kunden sagen: Es ist toll, dass Ihr da seid, und dass Ihr so tolle Sachen habt“, schildert eine Marktfrau gerührt. „Inzwischen habe ich sogar schon einmal Trinkgeld bekommen!“ Eine andere berichtet, dass sie das Gefühl der Dankbarkeit vermittelt bekommen habe. „Es gibt mehr Wertschätzung als früher“, bestätigt man auch am Obst- und Gemüsestand Fellenberg.

Die Tourismusbranche leidet

Die Zeiten für die Tourismusbranche sind hart. Das bekommen besonders auch die Reisebüros zu spüren. Die Urlaubsreisen, die jetzt für den Sommer gebucht wurden, sind zurückgegangen, weiß Professor Dr. Ernst-Otto Thiesing, Leiter des Instituts für Tourismus- und Regionalforschung (IfTR) an der Ostfalia in Calbecht. Durch die Einreisestopps gebe es viele Stornierungen, wodurch Provisionen für die Reisebüros wegfallen, und das könne diesen in der Masse „das Genick brechen“, sagt Barbara von Zitzewitz von den Flugbörse.

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